01.02.2020
Freie Wähler zu Besuch bei den Bürgern

Zur dritten Wahlversammlung luden die Freien Wähler Riedenburg am 01.02.2020. Nach Prunn und Echendorf gastierten um 20:00 Uhr in Jachenhausen im Gasthaus Forster die Kandidatin und Kandidaten der Freien Wähler. Die regulären Sitzplätze im Gastraum waren schnell belegt, sodass kurzerhand weitere Sitzmöglichkeiten durch zusätzliche Stühle geschaffen werden mussten. Der Gastraum war schlussendlich mit 75 Personen an der Kapazitätsgrenze.

Der 1. Vorsitzende, Wolfgang Wirth, begrüßte die interessierten Bürgerinnen und Bürger und freute sich über das hohe Interesse an der Kommunalpolitik. Nach der Vorstellung des Tagesablaufes und organisatorischen Themen übergab er das Wort an Christian Nerb, den heutigen Gastredner. Nerb, amtierender Bürgermeister von Saal a. d. Donau und Kreisvorsitzender der Freien Wähler Kelheim betonte in seinen Grußworten die Wichtigkeit der Kommunalpolitik als Beitrag zur Demokratie. Auf keiner anderen Ebene hätten die Bürgerinnen und Bürger mehr direkte Einflussnahme als bei der Kommunalwahl. Der Kreistagskandidat führte weiter einige Eckpunkte aus dem Wahlprogramm der Freien Wähler zur Kreistagswahl aus. Ein eigener Landratskandidat wird dieses Jahr nicht zur Wahl stehen. „Wir haben Gespräche mit mehreren möglichen Bewerbern geführt, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass wir keine Kompromisslösung haben wollen.“ so Nerb. In seiner Funktion als Kreisvorsitzender freue er sich über das Engagement des OV Riedenburg und warb für die kompetenten Kandidatin und Kandidaten.

In einem eigenen Programmpunkt stellte Wolfgang Wirth die kommunalpolitische Gruppierung der Freien Wählerschaft Riedenburg e.V. vor. Er stellte die Vereins- und Verbandsstruktur dar und betonte, dass die Freien Wähler Riedenburg ausschließlich eine Gruppierung auf kommunaler Ebene sind. „Wir machen Politik von unten nach oben und tragen die Belange der Bürgerinnen und Bürger weiter.“ so Wirth. Er freue sich, dass der Generationenwechsel innerhalb des Vereins erfolgreich vollzogen wurde: „Wir haben unser Durchschnittsalter gegenüber der letzten Wahl von 53 Jahre auf 35 Jahre verjüngt. Ich bin sehr stolz auf das Geschaffene!“

Der Vorsitzende erklärt den Anwesenden, dass im diesjährigen Wahlkampf auf Wahlpräsente verzichtet wird. Stattdessen haben man sich zwischen der Kandidatin und den Kandidaten darauf verständig, das ursprünglich für Werbestreuartikel eingeplante Budget zu spenden. Am 17.01.2020 wurde eine Geldspende in Höhe von 300,00 € an die KJF Werkstätten gemeinnützige GmbH für Inklusionszwecke überreicht. Wirth betont: „Wir möchten klarstellen, dass wir unsere Wahlprogrammpunkte ernst nehmen und sind der Meinung, dass das Geld an dieser Stelle besser investiert ist, als in schwerölbelastete Plastikartikel aus Niedriglohnländern.“

Im darauffolgenden Programmpunkt stellten sich die Kandidatin und Kandidaten einzeln vor. Jeder Bewerber hat für sich persönliche Themenschwerpunkte gesetzt welche ihr/ihm wichtig sind. Sabine Dräger möchte sich beispielsweise für die nachhaltige Belebung der Riedenburger Altstadt einsetzen. „Wir leben hier an einem schönen Fleckchen Erde. Eine belebte Innenstadt mit kleinen Geschäften und kulturellen Angeboten gehört da meines Erachtens mit dazu.“. Johannes Ehrismann und Christoph Gorzitze stehen für eine Sanierung und Modernisierung der Grund- und Mittelschule. Als Lehrer bzw. Familienväter sind ihnen eine moderne Infrastruktur samt zugehöriger Lehrmittel wichtig. Johannes Mayer hingegen steht für eine Digitalisierung in Verwaltung und Stadtratsarbeit: „Durch meine berufliche Tätigkeit weiß ich, dass Digitalisierung nicht nur ein Modewort ist. Da ist viel Potential am Schlummern. Lassen Sie uns das nutzen!“

Nach den Einzelvorstellungen betont Wirth, dass er die Freien Wähler gerne mit einem Familienbetrieb vergleicht. Er habe bereits mit Elternteilen von fünf Kandidaten kandidiert. Er verdeutlicht: „Bei einem Familienbetrieb gibt jeder 120 % statt „nur“ 100%. Wir setzen auf Klasse statt auf Masse!“

Sebastian Graf, 2. Vorsitzender, stellt anhand einer Präsentation das Wahlprogramm vor. Das Programm teilt sich in vier Themenbereiche auf: Bildung & Soziales, Kultur & Tourismus, Umwelt & Infrastruktur und Bauen & Finanzen. Die Inhalte werden anhand der einzelnen Themengebiete vorgestellt. „Die anderen Gruppierungen nennen in ihren Programmen lediglich Oberpunkte oder Stichwörter. Bei uns ist jeder Themenpunkt dezidiert beschrieben. Wir wollen keinen Interpretationsspielraum lassen und legen uns fest!“ so Graf. Er führt weiter aus: „In anderen Programmen findet man Punkte wie ‚Förderung des Tourismus‘. Ich frage Sie: Welche Partei würde denn von sich behaupten, dass sie nicht den Tourismus fördern möchte?! Uns fehlt hier die Beschreibung des ‚WIE‘!“

In dem rund 30-minütigen Vortrag wurden einzelne Themenpunkte ausgewählt und näher beschrieben. Neben der nachhaltigen Sanierung der GMS, dem sukzessiven Ausbau von Inklusionsprojekten und der Förderung erneuerbarer Energietechnologien erläuterte Graf die Einführung einer Gästetaxe. Die Ausgaben der Stadt für den Fremdverkehr seien in den vergangenen Jahren sehr deutlich angestiegen, die Ertragsseite hingegen stagniere eher. Durch die Einführung einer Ortstaxe möchte man dem entgegenwirken, Transparenz schaffen und ggf. neue Märkte erschließen.

Nach einer Diskussionsrunde zu den Themen Windräder und Straßenausbau folgte die Verlosung der Riedenburg-Gutscheine. Unter den 63 Verlosungsteilnehmern wurden zwei Gewinner gezogen. Der Abend klang in gesellschaftlicher Runde und in gemütlichem Beisammensein aus. Die Freien Wähler Riedenburg sehen ihr Satzungsziel am heutigen Abend wieder als erfüllt an: Sich zum Wohle der Großgemeinde in allen Bereichen des örtlichen Gemeinschaftslebens zu engagieren.